So kommt dein Pferd gesund durch die Hitze

Text: Reiten mit Herz; Anna Urich

1. Pferde brauchen unbedingt schattige Rückzugsmöglichkeiten

Diese könnten z.B. durch einen freizugänglichen Stall oder Bäume geboten werden. Aber Vorsicht – vereinzelte Bäume bieten oft nicht genug Schatten. Wenn du dir unsicher bist, beobachte dein Pferd genau. Steht dein Pferd/die Herde immer in der gleiche Position, z.B. mit dem Kopf zum Baum ist das ein Hinweis darauf, dass nicht genug Schatten vorhanden ist. Dein Pferd schützt dann instinktiv seinen Kopf, um einem Hitzschlag zu entgehen.
ALLE Pferde aus der Herde müssen einen Platz im Schatten finden können.
Kommt dein Pferd nur begrenzt/tagsüber die Wiese ist besondere Vorsicht geboten. Besonders kritisch sind hier Wiesen ohne Unterstand. In diesem Fall sollte überlegt werden, die Fresszeiten auf kühlere Tageszeiten zu verlegen, um dein Pferd nicht der starken Mittagshitze auszusetzen.
Ein Beispiel zur Orientierung: Unsere Pferde haben die freie Wahl, ob sie im Stall stehen bzw. Heu fressen oder auf der Wiese sein möchten. Zu Temperaturen über 25 Grad halten sie sich meist von ca 12 – 17 Uhr im Stall auf.

2. Pferde brauchen ausreichend Wasser

Es ist ein absolutes No-Go deinem Pferd zu hitzigen Temperaturen nicht zu jeder Zeit den Zugang zu Wasser zu ermöglichen. Stelle bei dir oder deinem Stallbesitzer sicher, dass genug Wasser vorhanden ist und kaufe gegebenenfalls einen weiteren Wasserbottich als Reserve. Gerade als Selbstversorger halte ich das für sehr sinnvoll.

3. Vielen Pferden hilft eine Fliegenmaske und eine Fliegendecke

Wenn dein Pferd schonmal eine gute Fliegenmaske und -decke kennengelernt hat, wird es sie sehr bald zu schätzen wissen. Meine Pferde kommen ihrer Decke und Maske schon immer entgegen und nehmen diese gerne an. Ich persönlich setze dabei auf helle Decken oder Zebrastreifen, damit die Ponys für die Fliegen nicht aussehen, wie ein Schlammloch und natürlich, um die Sonne nicht so sehr anzuziehen. Deshalb halte ich ebenfalls viel von hellen Fliegenmasken, da sich der Kopf dann nicht so sehr aufheizt. Leider habe ich für die Isis bisher aber kein gut passendes, helles Modell gefunden. Deshalb bin ich den Kompromiss gut passend und schwarz eingegangen.

4. Eine gut organisierte Dusche ist Wellness für dein Pferd

Aber du kannst auch viel falsch machen. Wenn du deinem Pferd etwas Gutes tun möchtest, brause es in der prallen Hitze oder nach dem Reiten nicht nur kurz ab- durch die kurze Abkühlung erhitzt sich der Körper nur noch mehr und der Kreislauf kommt durcheinander. Besser ist es sich sehr viel Zeit zu lassen. Fang unten bei den Hufen an und arbeite dich dann langsam hoch. Halte die Brause immer in Richtung Schweif, damit nichts in die Augen spritzt. Wenn dein Pferd sich richtig abgekühlt hat, sollte es danach nicht sofort wieder in die Pralle Sonne- das ist ebenfalls schlecht für den Kreislauf.

5. Auf die Instinkte deines Pferde vertrauen

Wenn für dein Pferd die ersten Punkte gewährleistet sind, vor allem die Aspekte freier Zugang zu Schatten und Wasser, kannst du dich eigentlich darauf verlassen, dass dein Pferd instinktiv das tut, was ihm gut tut. Manchmal sind sie dann eben doch kurz in der Mittagshitze draußen oder lassen sich richtig schön platt in der Sonne braten, so wie das kleine Minishetty Peanut es auf dem Bild macht „heart“-Emoticon

Text: Reiten mit Herz; Anna Urich, 01.07.2015