Ein Pferd sollte stets sensibel auf den treibenden Schenkel reagieren. Gegebenenfalls muss diese Sensibilität hin und wieder durch einen erfahreneren Reiter wieder hergestellt werden oder sogar nochmal neu mit der Ausbildung angefangen werden. Hier zu Sporen zu greifen, ist nichts weiter als eine Mogelpackung, um schnellere „Erfolge“ zu erzielen (die definitiv keine sind, weil das Pferd NICHT losgelassen geht). Das ist vergleichbar mit dem Nutzen einer Kandare, weil das Pferd sonst nicht mehr durchzuparieren ist. Das hat nichts mit gutem oder gar fairem Reiten zu tun. Es sind Werkzeuge, die das Pferd zwingen uns eben doch zu gehorchen, weil sie es sonst nicht tun. Außerdem sollte es stets Freude an der Arbeit und am Vorwärtsgehen haben, was man durch eine korrekte Ausbildung und abwechslungsreiches Reiten erreichen kann. Wozu es aber unabdingbar ist, vernünftig zu sitzen. Das bedeutet NICHT Schultern zurück, Hacken tief oder Zehenspitzen nach innen gedreht. Man muss als Reiter lernen, das Pferd durch einen geschmeidigen und der Bewegung des Pferdes angepassten Sitz so wenig wie möglich zu stören! Ziel sollte es doch sein, so wenig und feine Hilfen, wie es geht zu geben. Andernfalls ist es doch ganz logisch, dass es dem Pferd keinen Spaß macht!? Ein Pferd merkt, wenn eine Fliege sich auf seinem Körper absetzt- das bedeutet, es gibt einen Grund, wenn es auf einen leicht oder gar schwer treibenden Schenkel nicht voran geht. Wenn man am Zügel ziehen oder mit den Schenkeln derbe klopfen oder treiben muss, kann sich jeder selbst schlussfolgern, ob das Reiten da auch dem Pferd Spaß macht.
Text: Anna Urich; 27.04.2014