– unbekannter Verfasser –
Vergangen ist der Tages Last;
sie schien mir heut‘ unendlich fast.
Soeben ging die Stalltür zu,
Sankt Georg, schenk‘ mir gute Ruh‘.
Vergib dem Meier, der mich heute
schon wieder einmal kräftig bläute:
Als ich nicht wusste, was er wollte
und dann nicht tat, was ich wohl sollte.
Vergib mir, dass zu guter Letzt
ich ihn dann einfach abgesetzt.
Und lass ihn künftig lieber fort,
bekehre ihn zum Autosport.
Ich bitt‘ Dich – denn mein Kreuz ist schlapp –
nimm Müller ein paar Kilos ab.
Schenke ihm Sitz, Bein und Verstand
und eine nicht so harte Hand.
Laß meine Reiter sich befleißen,
mich nicht mehr so im Maul zu reißen.
Gib, dass sie mich mit scharfen Sporen
nicht grundlos in die Flanke bohren.
Ich danke Dir, daß dann und wann
mich jemand reitet, der es kann,
und daß Du mir dann gönnst im Trabe
zu zeigen, was ich in mir habe.
Gib mir auch morgen Eleganz,
bewahre meines Felles Glanz.
Und laß mir täglich Hafer geben –
behüte mir mein Pferdeleben.